Was ist Psychotherapie?

Psychotherapie ist eine wissenschaftlich fundierte Behandlungsmethode zur Heilung oder Linderung von psychischen Leidenszuständen. Erkrankungen und Symptome lassen auf ein psychisches Ungleichgewicht oder zugrundeliegende Konflikte schließen. Im Prozess werden konfliktreiche Inhalte aufgearbeitet und integriert sowie die Selbstwirksamkeit gestärkt.

Psychotherapie zeichnet sich durch einen ermutigenden Dialog in einem bewertungsfreien Rahmen aus, welcher zusätzlich durch die gesetzlich verankerte Schweigepflicht geschützt ist.

 

Die Fachrichtung Individualpsychologie und meine Arbeitsweise

​Die Individualpsychologie ist eine der ältesten Methoden der Psychotherapie und wurde von Alfred Adler, einem Wegbegleiter Sigmund Freuds, begründet. Sie gehört zu den tiefenpsychologischen und psychodynamischen Methoden, die eine zugrundeliegende Theorie des Unbewussten gemeinsam haben. Sie vereint die Annahme, dass das bewusste Erleben von unbewussten Prozessen beeinflusst wird, welche stets der eigenen, individuellen Geschichte entspringen. Das Unbewusste kann einen starken Einfluss auf das Denken, Fühlen und Handeln haben und steht somit im direkten Zusammenhang mit der eigenen Lebensqualität. In manchen Lebensabschnitten kann es passieren, dass das eigentlich vom Unbewussten Ersehnte so sehr im Widerspruch mit dem aktuellen Leben steht, sodass es auf Umwegen zu Tage tritt: in Form von psychischen oder auch physischen Symptomen, die oftmals einen hohen Leidensdruck mit sich bringen.

 

Symptome können als psychische Hilfsleistung, als ein gewisser Kunstgriff der Psyche verstanden werden, die das Leben bewältigbar machen. Mögliche Symptome können das Entwickeln von Angst, Panik oder einer Depression sein, genauso wie Störungen betreffend des Schlaf-, Konsum- und Essverhaltens. Auch Reizbarkeit, starkes Grübeln oder das Gefühl einsam zu sein, nicht mehr zu funktionieren oder sich zurückziehen zu wollen können Gründe für eine Psychotherapie sein. 

 

Psychotherapie wird meist dann notwendig, wenn die Symptome leidvoll werden und der Wunsch nach Veränderung in den Vordergrund rückt.

In der individualpsychologischen Psychotherapie blicken wir zusammen sowohl auf Ihre vergangene Geschichte, als auch auf Ihre Wünsche, Ängste und Konflikte im Hier und Jetzt. Wir versuchen gemeinsam Ihre unbewussten Ziele zu entziffern. Die Individualpsychologie stellt den Mensch als Ganzes in den Fokus und versucht sowohl den Ursprung eines Musters oder Symptoms zu finden, als auch zu verstehen, auf welches tieferliegende Problem es hinweist. Oftmals kommen in Erinnerungen, Träumen und spontanen Ideen Teile von schmerzhaften Erlebnissen ins Bewusstsein, die in der Psychotherapie bearbeitet und integriert werden. Es entwickelt sich sich ein tieferes Verständnis für die eigene Geschichte und Persönlichkeit und die ursprüngliche, leidvolle Symptomatik kann durch eine gesündere Form der Problemlösung abgelöst werden.

Von wesentlicher Bedeutung in der Therapie ist die Beziehung zwischen Patient*in und Therapeut*in. Im Prozess zeigt sich innerhalb der therapeutischen Beziehung, wie eine Person auch außerhalb der Therapie Beziehungen erlebt und selbst gestaltet. Im Rahmen der Therapie dient das aktive Beziehungsgeschehen zwischen Ihnen und mir als Schaubühne Ihrer inneren Dynamiken. Zusätzlich macht die theoriebasierte Aufarbeitung der zugrundeliegenden Themen die individuelle Beziehungsgestaltung bewusst. Durch das aktive Erkennen eigener Muster sowie Erlebnis- und Verhaltensweisen werden neue Beziehungserfahrungen geschaffen und Stück für Stück auch außerhalb der Therapie erlebt.

Psychotherapie mit Jugendlichen

Die Psychotherapie mit Jugendlichen unterscheidet sich in einigen Punkten wesentlich von der Psychotherapie mit Erwachsenen oder Kindern.

Wie auch die Lebensphase, in der sich Jugendliche befinden, so ist auch die Art der therapeutischen Arbeit ein sich stetig wandelnder Prozess, im Hin und Her zwischen "nicht mehr Kind" und "noch nicht erwachsen".

Jugendliche haben in ihrem Entwicklungsprozess viele Hürden zu meistern. Sich langsam von den Eltern abzulösen ist beispielsweise meist mit Unsicherheiten und einem hohen Energiebedarf verbunden. 

Zusätzliche Belastungen wie Ängste, innere Unruhe, Antriebslosigkeit oder Aggressivität drängen sich in dieser Lebensphase schnell in den Vordergrund.  In der Psychotherapie dürfen die belastenden Gefühle und Gedanken der Jugendlichen in altersadäquaten Gesprächen in symbolhafter Art und Weise zum Vorschein treten. Wir setzen uns gemeinsam mit den belastenden Themen auseinander und erarbeiten Strategien, um neue und gesündere Wege zu finden, diese zu bewältigen.

So bunt und unterschiedlich wie die Interessen von Jugendlichen, so spontan gestaltet sich auch die Psychotherapie mit ihnen. Je nach Entwicklungsphase finden wir im Gespräch oder spielerisch zueinander. Manchmal wechselt das auch, je nach Lust und Laune des*der Jugendlichen.

Für den Beginn einer Psychotherapie mit Jugendlichen bitte ich Sie um Kontaktaufnahme zur Vereinbarung eines Erstgesprächs. Eine anschließende Anamnese über die bisherigen Lebensabschnitte Ihres Kindes hilft bei der Einordnung der Themen, die Ihr Kind in den späteren Therapiestunden aufbringt. Eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen als Eltern oder Erziehungsberechtigten ist wichtig und je nach Alter und Entwicklungsstand des*der Jugendlichen sind Elterngespräche begleitend zu den Therapiestunden Ihres Kindes notwendig.

 

Ich arbeite mit Jugendlichen ab 12 Jahren. Sollten Sie auf der Suche nach einer Psychotherapie für ein unter 12 Jahre altes Kind sein, empfehle ich Ihnen gerne eine*n meiner kompetenten Kolleg*innen.

 

In regelmäßigen Abständen biete ich mit einer Kollegin - Niccola Liedl, BA pth. - gruppentherapeutische Angebote für Jugendliche an. Rechts können Sie den aktuellen Flyer dazu aufrufen und sich darüber informieren.

Gruppenpsychotherapie für Mädchen und junge Frauen